FOLMER Roger

*1938, Luxembourg

Roger erzählt, dass Zeichnen seit seiner Kindheit eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt.

Geboren wurde er als dritter von vier Jungen in Luxemburg-Stadt. Sein Lehrer fand, dass er gut zeichnen konnte. Dass Roger aus diesem Talent keinen Beruf machen konnte, lag wohl daran, dass er alles ein wenig zu genau mit den Augen aufsaugte und seine Zeichnungen dadurch viel zu naturgetreu wirkten. Das war Handwerk, aber keine Kunst. Trotzdem fand er einen Weg, sein Talent zu entwickeln.

45 Jahre lang arbeitete er im Schulbetrieb, zehn Jahre als Grundschullehrer und anschließend nach einem Aufbaustudium als Lehrer am Logopädischen Zentrum, die meiste Zeit mit hörgeschädigten Kindern. Hier zeichnete er jeden Tag an die Tafel, um den Kindern Begriffe und Situationen verständlich zu machen.

In den 60er-Jahren hat Roger während drei Jahren in seiner Freizeit die neuen Französischbücher Nous parlons français illustriert.

Eine kleine Anekdote: In der damaligen Fachschule für Lehrerausbildung wurde „Flammang“ geboren: Ein kleines eckiges Männchen, das auf der Tafel und auf fliegenden Blättern herumgeisterte und Begriffe auf eine witzige Art illustrierte. Als ein Schüler den Rücken seiner Bank abgeschraubt hatte und dieser krachend zu Boden fiel, wollte der erboste Professor wissen, wer das war. Jemand antwortete: „Flammang!“, obwohl niemand dieses Namens in der Klasse war.

 

Eine Zeitlang konnte Roger im Lëtzebuerger Land einige Cartoons publizieren, später brachte die Revue über einen längeren Zeitraum hinweg die Rubrik Aus dem Jemp sengem Billerlexikon (Aus Jemps Bilderlexikon). Im forum konnte er seine Fantasie dann spielen lassen mit zum Teil kritischen Zeichnungen, die weniger zum Lachen als zum Nachdenken anregten.