Carlo SCHMITZ

*1959, Luxembourg
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Carlo Schmitz, Jahrgang 1959, ist Karikaturist bei der Zeitschrift forum und Kunstlehrer am Lycée de Garçons in Esch/Alzette. Er ist zurzeit in Luxemburg-Stadt ansässig.

Nachdem er sein Abitur mit Fokus auf wissenschaftliche Fächer abgeschlossen hatte, schrieb Carlo sich an der Brüsseler Académie Royale des Beaux-Arts in der Abteilung für visuelle Kommunikation ein, und später am Institut d´Arts plastiques in Straßburg.

Im Jahr 1977 begann Carlo mit der Veröffentlichung von Karikaturen in der Wochenzeitung Revue. Von 1985 und bis in die 90er-Jahre zeichnete er regelmäßig für forum, eine Tätigkeit, die er im Jahr 2010 wieder aufnimmt. Seine sozialkritischen Karikaturen fügen sich gut ins Konzept dieser Zeitschrift ein, die sich als apolitisch sieht und soziale Themen beleuchtet. Carlos Karikaturen sind nicht unbedingt Illustrationen, die einen Text begleiten und ausschmücken, sondern vielmehr eigenständige Zeichnungen, die mit scharfem Blick gelesen werden können.

Carlo sieht seine Karikaturen als sprechende Zeichnungen, die immer eine Geschichte erzählen. Und diese muss nicht unbedingt witzig sein: Er selbst bezeichnet seine Karikaturen als „realistisch.“ Seine Werke kratzen oft am Profanen; typisierende Figuren - mit scharfem Federstrich gezeichnet und in der Form vereinfacht, verzerrt und disproportionniert. In der Ausgestaltung genauso minimalistisch wie komplex, sind die Figuren doch auf der inhaltlichen Ebene äußerst nahe am Realismus. Übrigens ist er davon überzeugt, dass die „kleinen Köpfe“ und „fetten Bäuche“ durchaus zum gemeinen Luxemburger passen!

Künstlerische Einflüsse hat Carlo viele: Bosch, Daumier, Grosz, Dix, Ungerer u. a. Zu diesem vielfältigen Kreis zählt er zudem seine Kollegen Pol Leurs und besonders seinen Freund François Didier!

 

Die Kunst hat für Carlo die Aufgabe, der Realität ihren Deckmantel auszuziehen und sie zu entblößen; oft genug stößt man dabei auf das Absurde.

Ob nun humoristisch oder nicht, die Karikatur ist für Carlo Schmitz stets ein Werkzeug des kritischen Aufdeckens, dem im Kampf gegen den Rückschritt und das Hinterwäldlertum eine pädagogische Rolle zukommt.

Biblio:
Livres: „Commedia del Arte“ (+M. Raus) 1994 ; „Musikalische Federspiele“ (+R. Harsch) 1996, „DUDA, Kurioses aus dem Rotstiftmilieu“ (+ R. Harsch) 2011 – „The Hoogen-Stoogen Tulip (+ R. Schofield) 2013, „D’Glühschwengschen“ (+N. Wagener/ L. Caregari) 2016.
Collection APESS :
H. Gehlhausen : „Satiren und Glossen I & II“ (1994 ; 1997)
R. Harsch: „Kalendarium für geplagte Stadt- und Landleut“ (1997) „Laub und Nadel (2000) „PARODIES… und DAS“ (2004)
Nic Klecker „Chroniques et Ergotages“ 1998
Cahiers Luxembourgeois: Pir Kremer „Méi wéi honnert Pärelen“ (1995)
Éditions Phi: Carla Lucarelli : Dekagonon (2016)